Ordnung schaffen – In Mäusetopias Bälleparadies (Teil 2)

Wir waren heute sehr gespannt nachzuschauen, wie Heimkino- und Futterentzug sich auf unsere Mitbewohner auswirken würde. Wir begannen mit unserer Recherche im Papierregal, was in der Kammer ganz vorn liegt. Hatten sie sich auch hier am Aquarell- und Kupferdruckpapier oder unseren Papierraritäten aus anderen Ländern gelabt? Waren sie gar in die Kiste der Sinnesreise aus einem meiner Seminare geschlüpft, um ihre Wahrnehmung zu erproben?

Vorsichtig aber mutig begannen wir gleich mit den Kisten, die im oberen Regal eher ruhig und unangetastet stehen. Doch Fehlanzeige. Weder der Handschuh mit den angeklebten Kreidestiften noch die Tastkästen waren besucht und ausprobiert worden. Einen kurzen Schreck bekamen wir, als aus einem Kasten ein Ding mit einem Eigenleben herausrutschte. Doch es war nur ein grünes kleines Monster mit Glubschaugen und elastischen Tentakeln.

Wahrscheinlich hielten sich die Mäuse angesichts unseres Schrecks den Bauch vor Lachen. Aber merkwürdigerweise hatten wir schon nach einigen Minuten des Herumstöberns das Gefühl, dass wir allein in der Kammer waren. Hatte das frühlingshafte Wetter etwa die Mäuse rausgelockt?

Die Box mit den Styroporbällen stand einen Spalt offen. Doch der Blick hinein verriet nichts von einem ausgedehnten Bällebad. Wir konnten kaum glauben, dass die Mäuse diesem Reiz widerstanden hatten.

Das Papier, die Skizzenbücher und Kisten und selbst der Kasten mit der Holzwolle (schnell entsorgt, damit sie nicht auf neue Vervielfältigungsgedanken kommen) waren unberührt. Nun liegen sie schon wieder betriebsbereit und neu sortiert in den Regalen.

Jetzt bleibt nur noch ein Ort übrig, an dem wir fündig werden könnten: das Regal mit den Leinwänden und den Kruschelecken daneben und darunter! Eine dunkle Ecke! Ende dieser Woche werden wir hoffentlich wissen, wo sich der Eingang zu Mäusetopia befindet. Mich gruselt es jetzt schon ein ganz klein wenig…

7 Gedanken zu „Ordnung schaffen – In Mäusetopias Bälleparadies (Teil 2)“

  1. Hurra! Du mauserst dich ja richtig … *nichthauen* … ich finde du bist richtig tapfer. Und wenn so schöne mausige Zeichnungen dabei herauskommen sollte Lilia dir doch ein paar Geschenke vorbereiten 😉

  2. Dein liebevoller und detailgetreuer Umgang mit der Beschreibung und Be“Zeichnung“ der doch prekären Situation ist schon beeindruckend. Inzwischen kann man fast hoffen, dass sich die Mäuschen durch ein kurzes Zuwinken aus unserer Ateliervorratskammer kurz von uns verabschieden, um in Zukunft in der freien Natur ihren täglichen Geschäften nachzugehen. Denn obwohl sie niedlich anzuschauen sind, haben sie das Atelier und uns damit ziemlich durcheinander gewirbelt, und wir können gut auf sie verzichten:-)

  3. Hallo Katja, Antje hat mir an unserem wunderschönen Wochenende schon von Mäusetopia vorgeschwärmt. Nun habe ich mich selbst davon überzeugt, dass sie nicht übertrieben hat.
    Die Story und die Zeichnungen sind einfach klasse!
    Bei aller Abneigung, die auch ich gegen die Biester hege, kann man bei diesen Bildern fast anfangen, sie zu mögen.
    LG Astrid

    1. Hallo Astrid,
      ja, so ging es mir nach dem Entsorgen und Zeichnen auch. Ganz so schlimm empfinde ich sie nicht mehr. Das Schöne ist, dass sogar meine Familie nun neue Geschichten erfindet. Ich werde also daran weiterzeichnen.
      Herzliche Grüße
      Katja

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